Aktuelles

Mode muss nachhaltiger werden.

27.08.2018
Modetrends wechseln schnell und Modeketten bringen ständig neue Kollektionen auf den Markt. Entsprechend häufig wird neue Kleidung gekauft. Derzeit sind dies rund 26 kg pro Bundesbürger und Jahr. 5,2 Milliarden Kleidungsstücke liegen schätzungsweise in den Kleiderschränken der modebewussten Deutschen

Wenn häufig neue Ware gekauft wird, dann wird auch alte Kleidung immer öfter aussortiert und landet in der Altkleidersammlung.

„In Deutschland beträgt das Altkleideraufkommen etwa 1,01 Millionen Tonnen pro Jahr. Tendenz steigend. Altbekleidung, Schuhe, aber auch gebrauchte Haustextilien, wie zum Beispiel Handtücher oder Bettwäsche, werden über Straßen- oder Containersammlungen erfasst. Die Textilrecyclingunternehmen sorgen für eine sinnvolle und ressourcenschonende Verwendung, doch das wird immer schwieriger“, erläutert Martin Wittmann, bvse-Vizepräsident und Vorsitzender des bvse-Fachverband Textilrecycling.

Das Problem: Im Zuge der schnellen Kollektionswechsel müssen die Kleidungsstücke auch immer billiger werden. Die Produzenten reagieren darauf und bringen qualitativ schlechtere Ware in den Markt. „Allgemein können wir sagen, dass die Qualität zunehmend schlechter wird“, stellt Martin Wittmann fest: „Die Menge steigt und die Qualität sinkt!“ 

Und tatsächlich, die Branche registriert seit zwei bis drei Jahren, dass die Altkleidercontainer überquellen. Gleichzeitig fallen Absatzmärkte für die gebrauchten Kleidungsstücke weg. Gründe hierfür sind bewaffnete Konflikte, die Zollpolitik und Importbeschränkungen.

Trotzdem, Überlegungen hinsichtlich einer kostenpflichtigen Altkleiderentsorgung sind der absolut falsche Ansatz, findet der bvse-Fachverband Textilrecycling. Verbraucher würden ihre gebrauchten Textilen vor allem deshalb in Altkleidercontainer geben, um dadurch Hilfsbedürftige zu unterstützen. Bei einer kostenpflichtigen Abgabe würden sich sowohl die Spendenbereitschaft als auch die Qualitäten komplett ins Gegenteil entwickeln, befürchtet man beim bvse.

Eine kostenpflichtige Abgabe ändere zudem am "Fast-Fashion-Problem" überhaupt nichts. Es gehe deshalb darum, umzudenken und einen neuen, nachhaltigen und bewussten Umgang mit Kleidung in Gang zu setzen. Deshalb müssten alle Beteiligten zusammenarbeiten. Textilhersteller, Designer und Handel müssten sich ihrer Verantwortung stellen.